Obszöne Posen und R.
Einige alte Fotos von mir wiederentdeckt, auf denen ich angezogen in der Badewanne meiner damaligen Kreuzberger Wohnung obszöne Posen einnehme: an der Armatur des Wasserhahns nuckle wie an einer Brustwarze oder Eichel; mir den Duschkopf in die geöffnete Jeans schiebe; erschöpft wie von schweren Exzessen an der blassgelben Kachelwand lehne...
Als durchgeknallter Perverser bin ich erstaunlich überzeugend. Es gibt kaum ein anderes, 'normales' Bild, auf dem ich so ausdrucksvoll aussehe.
Die Fotos waren für R. bestimmt, die zu der Zeit noch in Tokyo wohnte. Sie fand sie schockierend, im wirklich negativen Sinne (den positiven schien sie gar nicht zu kennen). Wollte sie nicht auf ihrem Rechner speichern.
Es widerfährt mir oft gegen meinen Willen (oder ohne mein Wissen), dass ich die Liebe des anderen teste durch das, was ich für ihn tue. So kommen mir jetzt auch diese Fotos vor - sie sagen alle: Liebst du mich auch so noch? Und so...? Ich schlüpfe in die Rolle von etwas, was man auch verabscheuen könnte, und verlange, sich trotzdem (oder mehr noch: erst recht) zu mir zu bekennen.
Ein Bekenntnis, das R. nie ohne Einschränkung ablegen mochte, auch weil sie sensibler als ihre Vorgängerinnen auf den Zwang reagierte, den ich ihr damit antat. Bemerkenswerter Weise sind es gerade diese theatralen, halb ironischen Extremvarianten von mir, die sie stören. Wo meine wörtlichen Abgründe aufklaffen und ich wirklich nackt und hässlich dastehe, ist sie dagegen wunderbar gleichgültig und lacht nur, als hätte sie das schon lange gewusst.
Als durchgeknallter Perverser bin ich erstaunlich überzeugend. Es gibt kaum ein anderes, 'normales' Bild, auf dem ich so ausdrucksvoll aussehe.
Die Fotos waren für R. bestimmt, die zu der Zeit noch in Tokyo wohnte. Sie fand sie schockierend, im wirklich negativen Sinne (den positiven schien sie gar nicht zu kennen). Wollte sie nicht auf ihrem Rechner speichern.
Es widerfährt mir oft gegen meinen Willen (oder ohne mein Wissen), dass ich die Liebe des anderen teste durch das, was ich für ihn tue. So kommen mir jetzt auch diese Fotos vor - sie sagen alle: Liebst du mich auch so noch? Und so...? Ich schlüpfe in die Rolle von etwas, was man auch verabscheuen könnte, und verlange, sich trotzdem (oder mehr noch: erst recht) zu mir zu bekennen.
Ein Bekenntnis, das R. nie ohne Einschränkung ablegen mochte, auch weil sie sensibler als ihre Vorgängerinnen auf den Zwang reagierte, den ich ihr damit antat. Bemerkenswerter Weise sind es gerade diese theatralen, halb ironischen Extremvarianten von mir, die sie stören. Wo meine wörtlichen Abgründe aufklaffen und ich wirklich nackt und hässlich dastehe, ist sie dagegen wunderbar gleichgültig und lacht nur, als hätte sie das schon lange gewusst.
wernurwer - 17. Nov, 19:30
