Der Sex macht mich kaputt
Die Pornographie ist das letzte, aber beharrliche Residuum des Bildes in meinem Dasein - oder des Nicht-Schriftlichen, sollte ich wohl sagen: Der Großteil meines gesellschaftlichen Verkehrs findet im Internet oder per Email statt (wohingegen ich es Monate lang hinausschiebe, Freunde anzurufen, oder Treffen wegen "Arbeit" absage, die dann gemacht werden muss, um die entstandene Lücke zu füllen). Mein Beruf ist Schreiben (ich weigere mich, die Teile, die es nicht sind, als wesentlich zu akzeptieren). Die Arbeit, die nicht in die berufliche Zuständigkeit fällt, ist ebenfalls Schreiben. Sogar die Liebe wohnt, wenn nicht im Schmiegen, das mich zärtlich und beschwörend mit R.'s köstlicher Flachheit verbindet, dann in meinen Sätzen (wie für wahrscheinlich viele Schreibende ist Schreiben für mich eine Weise, die Welt zu lieben, was ohne dessen Indirektheit meist scheitert: Schreiben konstruiert Schwierigkeiten, an denen meine Liebe wächst, statt davon niedergedrückt zu werden).
Lediglich die Geilheit will etwas anderes als Schrift. Und das so vehement, dass es mir 'den Stift' (das Instrument zur Kontrolle des Unkontrollierbaren) aus der Hand reißt. Ich denke oft daran, pornographische Geschichten zu verfassen, um der Überwältigung durch die pornographischen Bilder zu entgehen, aber das will überhaupt nicht funktionieren. Es gelingt mir nicht, vom Schreiben geil zu werden, obwohl einen pornographischen Text zu lesen mich sehr schnell und stark in Erregung versetzt (ja, ich suche in Pornofilmen und auf Fotos geradezu nach der sprachlichen Dimension - was mich anmacht, ist ein unfreiwillig geiles Dialogfragment, ein Outfit oder eine Atmosphäre, die einer Formulierung entsprechen...). Und ebenso wenig kriege ich es hin, eine Wichsphantasie halbwegs so zu Papier zu bringen, wie ich sie erlebt habe. Die Motivation ist nach dem Kommen sowieso schwach, und sobald ich anfange zu schreiben, schleichen sich andere Interessen in das Begehren nach einem pornographischen Text ein: die Lust an der Reflexion, der Genuss an Brüchen, literarisch sonderbaren Formen, das, was ich meine "Romantik" nenne (die Lust am Unverhältnis zum Unendlichen mit jedem Wort).
Der Sex ist der härteste Widerstand in meinem Leben. Er beugt sich nicht. Er besteht auf etwas, was ich mir niemals werde erschreiben können. Er demütigt mich und macht mich kaputt.
Lediglich die Geilheit will etwas anderes als Schrift. Und das so vehement, dass es mir 'den Stift' (das Instrument zur Kontrolle des Unkontrollierbaren) aus der Hand reißt. Ich denke oft daran, pornographische Geschichten zu verfassen, um der Überwältigung durch die pornographischen Bilder zu entgehen, aber das will überhaupt nicht funktionieren. Es gelingt mir nicht, vom Schreiben geil zu werden, obwohl einen pornographischen Text zu lesen mich sehr schnell und stark in Erregung versetzt (ja, ich suche in Pornofilmen und auf Fotos geradezu nach der sprachlichen Dimension - was mich anmacht, ist ein unfreiwillig geiles Dialogfragment, ein Outfit oder eine Atmosphäre, die einer Formulierung entsprechen...). Und ebenso wenig kriege ich es hin, eine Wichsphantasie halbwegs so zu Papier zu bringen, wie ich sie erlebt habe. Die Motivation ist nach dem Kommen sowieso schwach, und sobald ich anfange zu schreiben, schleichen sich andere Interessen in das Begehren nach einem pornographischen Text ein: die Lust an der Reflexion, der Genuss an Brüchen, literarisch sonderbaren Formen, das, was ich meine "Romantik" nenne (die Lust am Unverhältnis zum Unendlichen mit jedem Wort).
Der Sex ist der härteste Widerstand in meinem Leben. Er beugt sich nicht. Er besteht auf etwas, was ich mir niemals werde erschreiben können. Er demütigt mich und macht mich kaputt.
wernurwer - 15. Nov, 16:35
wernurwer - 16. Nov, 10:41
Sehr interessant. Diese Suche nach einem "Fetisch" bzw. einfach nach etwas, womit das Begehren sich identifiziert, zur Deckung kommt, was es als Namen akzeptiert, kenne ich auch gut - und ihr Scheitern, weil das polymorph Perverse sich Geltung verschafft und immer sagt: Ja, das, aber nicht wirklich, nicht für sich allein - denn das auch noch - und das - und das...
Mir scheint auch, dass Pornographie im Internet dieser polymorph perversen Disposition sehr viel besser entspricht als in der Ära, wo man sowas aus der Videothek ausleihen oder im Sexshop kaufen musste (was ich selten gemacht habe). Das Angebot damals war immer schon mit starker Mehrheitsorientierung normalisiert und entsprechend langweilig, während das Internet die eigenartigen individuellen Kombinationen und Übergänge stärker hervortreten lässt. Ich finde es z.B. faszinierend, die "Favoriten"-Listen von Xtube-Usern zu studieren, weil da Hetero und Homo, Teenies und "reife" Körper, Zärtlichkeit und extreme Versautheit teilweise bunt gemischt sind und man erkennt, dass diese Trennungen für den Betreffenden gar nicht relevant sind (und er selbst die "Integrität" seiner Liste auch nicht überwacht, sondern einfach auswählt, was ihn anmacht). Vielleicht auch deshalb bedeutet Internet-Pornographie für mich eine höhere Suchtgefahr: bei aller Erbärmlichkeit, die sie oft im Einzelnen ja hat, spiegeln sich darin indirekt Menschen, die mir ähnlich sein könnten...
Mir scheint auch, dass Pornographie im Internet dieser polymorph perversen Disposition sehr viel besser entspricht als in der Ära, wo man sowas aus der Videothek ausleihen oder im Sexshop kaufen musste (was ich selten gemacht habe). Das Angebot damals war immer schon mit starker Mehrheitsorientierung normalisiert und entsprechend langweilig, während das Internet die eigenartigen individuellen Kombinationen und Übergänge stärker hervortreten lässt. Ich finde es z.B. faszinierend, die "Favoriten"-Listen von Xtube-Usern zu studieren, weil da Hetero und Homo, Teenies und "reife" Körper, Zärtlichkeit und extreme Versautheit teilweise bunt gemischt sind und man erkennt, dass diese Trennungen für den Betreffenden gar nicht relevant sind (und er selbst die "Integrität" seiner Liste auch nicht überwacht, sondern einfach auswählt, was ihn anmacht). Vielleicht auch deshalb bedeutet Internet-Pornographie für mich eine höhere Suchtgefahr: bei aller Erbärmlichkeit, die sie oft im Einzelnen ja hat, spiegeln sich darin indirekt Menschen, die mir ähnlich sein könnten...
en-passant - 16. Nov, 15:18
Dazu kommt, dass die „Neosexualitäten“ (Volkmar Sigusch) ja durchaus immer individueller werden, phantastischer, irrealer.
Das vereinheitlichende Netz erlaubt, dass sich gleich und gleich gesellen und immer noch identischer werden... und zugleich gibt’s so viele Dinge, an die man nie gdacht hat (ich zumidnest), dass man sein eigenes Ungenügen ahnt.
UND man kann seine Grenzen vielleicht markierne, ohne es ausprobieren zu müssen? Das Meiste, das ich liebe, mir vorzustellen, würde ich wahrscheinlich eh niemals verwirklichen wollen. Einiges aber doch. Und Anderes...
Ich finde also, die eh schon ziemlich „virtuelle“ Sexualität wird zugleich noch mal virtueller, und findet sich aber womöglich in gewissen Punkten auch erst so. Andererseits ist es für mich dann auch wieder schon maßlos aufregend, mal wieder eine verschwitzte Mädchenhand zu halten.
Noch was das Schreiben anbelangt. Hast du manchmal auch die Idee, dass die gleichsam energetische Komponente von Sex sich ganz gern umgelenkt sieht in eine Art mentale Bewegung, die einen NOCH irrealeren Punkt anzuvisieren versucht? Und ich sehe das durchaus als Entsprechung zu der atavistischen Lust am Fleisch. Als Ergänzung eines Überschuss-Potenzials, dem es auch im Gedanken sich frei zu machen gelingt. Der wirkliche Sex, öde, beklemmend, langweilig... oder dann wieder verrückt und eröffnend auch, ist als entzogener eine Art Verstärkung letztlich seiner selbst. Und es ist ja eh alles Sublimieren und Umwandeln. Jedenfalls scheinen sich für mich die Gegensätzlichkeiten Sex / Schreiben da aufzulösen.
Das vereinheitlichende Netz erlaubt, dass sich gleich und gleich gesellen und immer noch identischer werden... und zugleich gibt’s so viele Dinge, an die man nie gdacht hat (ich zumidnest), dass man sein eigenes Ungenügen ahnt.
UND man kann seine Grenzen vielleicht markierne, ohne es ausprobieren zu müssen? Das Meiste, das ich liebe, mir vorzustellen, würde ich wahrscheinlich eh niemals verwirklichen wollen. Einiges aber doch. Und Anderes...
Ich finde also, die eh schon ziemlich „virtuelle“ Sexualität wird zugleich noch mal virtueller, und findet sich aber womöglich in gewissen Punkten auch erst so. Andererseits ist es für mich dann auch wieder schon maßlos aufregend, mal wieder eine verschwitzte Mädchenhand zu halten.
Noch was das Schreiben anbelangt. Hast du manchmal auch die Idee, dass die gleichsam energetische Komponente von Sex sich ganz gern umgelenkt sieht in eine Art mentale Bewegung, die einen NOCH irrealeren Punkt anzuvisieren versucht? Und ich sehe das durchaus als Entsprechung zu der atavistischen Lust am Fleisch. Als Ergänzung eines Überschuss-Potenzials, dem es auch im Gedanken sich frei zu machen gelingt. Der wirkliche Sex, öde, beklemmend, langweilig... oder dann wieder verrückt und eröffnend auch, ist als entzogener eine Art Verstärkung letztlich seiner selbst. Und es ist ja eh alles Sublimieren und Umwandeln. Jedenfalls scheinen sich für mich die Gegensätzlichkeiten Sex / Schreiben da aufzulösen.
wernurwer - 16. Nov, 17:02
Das Gleiche ist in der Tat erheblich reicher, als man so zu denken gewohnt war, solange das Sich-Gesellen von Gleich und Gleich nur so eine Redensart war und reale Gleichheit hauptsächlich in Institutionen stattfand, die sie als Vereinheitlichung herstellten. Ich finde es schon erstaunlich (und immer wieder mal entsetzlich, das gehört dazu), was diese boden-, decken- und wandlose Annäherung im Internet so zutage fördert - und wie das Sonderbarste immer da auftaucht, wo man es am wenigsten vermutet hätte (und fast nie da, wo das Unerwartete zu erwarten war). Und ja - Sexualität oder Erotik ereignet sich immer zu einem großen Teil im Virtuellen, da hast du sicher Recht. Und die Zirkulation im Netz verleiht dem so eine Art Quasi-Objektivität, die nicht darin besteht, dass irgendwas von den Phantasien real/aktuell wird, sondern darin, dass man sie miteinander teilt, tauscht, wechselseitig anerkennt und weiter verwendet. Das kann man wahrscheinlich auch mit guten Gründen ganz schlimm finden - aber eigentlich empfinde ich eher die emanzipatorische Kraft dieses Phantasma-Sharing. Und es geht mir ähnlich wie dir mit der verschwitzten Mädchenhand (sehr schön übrigens!): Die extrem potenzierte virtuelle Erotik führt dazu, dass ich plötzlich wieder sehr sensibel werde für die erotische Kraft ganz einfacher, "harmloser" körperlicher Erfahrungen - ein bisschen so, wie die Perfektionierung der digitalen Aufnahmetechnik dann eine Lofi-Ästhetik hervorgebracht hat, weil durch den Overkill mit geschliffenen Hightech-Sounds das Rauschen auf einem alten 4-Spur-Rekorder zu einem Erlebnis wurde. Lofi-Erotik sozusagen...
Schreiben: ja, die Dynamik und die Möglichkeit, quasi den eigenen Entzug mit sich selbst aufzufüllen - das haben Erotik und Schreiben wohl gemeinsam. Nur, wie gesagt: Neben dem Erotischen, das bereitwillig ins Literarische oder Theoretische übergeht, gibt es da in meinem Leben noch so einen Brocken Sex, der die Konsistenz eines Blasensteins hat und der nichts sein und werden will als Widerstand. Weshalb gelegentlich die Sorge auftaucht, wie ich das alles körperlich durchstehe ;-)
Schreiben: ja, die Dynamik und die Möglichkeit, quasi den eigenen Entzug mit sich selbst aufzufüllen - das haben Erotik und Schreiben wohl gemeinsam. Nur, wie gesagt: Neben dem Erotischen, das bereitwillig ins Literarische oder Theoretische übergeht, gibt es da in meinem Leben noch so einen Brocken Sex, der die Konsistenz eines Blasensteins hat und der nichts sein und werden will als Widerstand. Weshalb gelegentlich die Sorge auftaucht, wie ich das alles körperlich durchstehe ;-)
en-passant - 16. Nov, 18:30
Ja, „Phantasma-Sharing“ – treffender Begriff!
Wobei ich, nach den ersten extensiven Erfahrungen damit, heute eher weniger share... es ist schon auch eine stärkere Einsamkeit, die spürbar wird, zugleich ist aber auch weniger Selbstaufgabe mit den Kompromissen verbunden. Wenn man mal einigermaßen weiß, wer man ist, ist auch Sex nicht mehr das große Ding, sich andauernd dafür zu verleugnen (wie es, so weit ich höre, extrem viele Männer doch tun: Sie sind einerseits von der vermeintlichen weiblichen Erwartung dresssiert, andererseits davon einem Außen- & Verhaltensbild als Mann zu genügen, dem sie eben eher selten genügen können / wollen). Und wenn man mal die raren Höhen erlebt hat, was körperliche Begegnung à la unio mystica tatsächlich sein kann... dann findet man sich auch nicht mehr so leicht mit den verdünnten Formen ab. Da ist weniger dann oft mehr.
Im Netz, mit all den Verrückten – obwohl die Sterotypen doch stark sind, zumindest in den Begriffen, die die Sache irgendwie wieder begrenzen – kann sich das lockern, und man kann sich selbst als die Ausnahme begreifen, die man letztlich wäre, gäbe es in der so genannten real-world dafür Raum. Also gibt das Mut, ihn sich schließlich zu nehmen. Oder sich weiter zu entsagen. Auf gewisse Weise macht auch das frei. Und stimuliert das primäre sexuelle Organ, das Hirn.
Was den „Blasenstein“ angeht – wenn ich den richtig verstehe -, müssten sich aber doch praktikable Lösungen finden lassen? Eine Freundin erzählte mir neulich von einem „darkroom for girls“ (in Berlin natürlich).
Was mir auch immer eingeleuchtet hat, ist eine Sache bei Walter Serner (die der von Gracian abgeleitet hat): Wenn dein Körper sich langweilt, gib ihm einen tüchtigen negativen Stoß. Dazu gehörte auch der Exzess. Von ihm kann man dann teils noch anderswie komplex zehren und ist doch nahe den Mysterien seines Fleisches.
Im Netz, mit all den Verrückten – obwohl die Sterotypen doch stark sind, zumindest in den Begriffen, die die Sache irgendwie wieder begrenzen – kann sich das lockern, und man kann sich selbst als die Ausnahme begreifen, die man letztlich wäre, gäbe es in der so genannten real-world dafür Raum. Also gibt das Mut, ihn sich schließlich zu nehmen. Oder sich weiter zu entsagen. Auf gewisse Weise macht auch das frei. Und stimuliert das primäre sexuelle Organ, das Hirn.
Was den „Blasenstein“ angeht – wenn ich den richtig verstehe -, müssten sich aber doch praktikable Lösungen finden lassen? Eine Freundin erzählte mir neulich von einem „darkroom for girls“ (in Berlin natürlich).
Was mir auch immer eingeleuchtet hat, ist eine Sache bei Walter Serner (die der von Gracian abgeleitet hat): Wenn dein Körper sich langweilt, gib ihm einen tüchtigen negativen Stoß. Dazu gehörte auch der Exzess. Von ihm kann man dann teils noch anderswie komplex zehren und ist doch nahe den Mysterien seines Fleisches.
wernurwer - 16. Nov, 20:29
Nein, ich glaube nicht, dass man den Blasenstein mit Rumficken wegkriegt. Obwohl, wer weiß... Der besagte Darkroom ist möglicherweise der im Berghain? Ich war da noch nie, aber früher ab und zu mal im Vorgängerclub Ostgut, wo es auch diese undefinierten Darkrooms gab - was bei den seltenen Gelegenheiten, bei denen sich Frauen, meist von ihrem Freund gezogen oder Lesbenpärchen, dort hin verirrten, ganz interessant sein konnte.
Im Übrigen gibt es da noch die Sache mit der Treue. Die ist schwierig, mir aber im Augenblick offenbar wichtig. Jedenfalls gelingt es mir nicht, so ohne Weiteres nichtvirtuell fremd zu gehen.
Im Übrigen gibt es da noch die Sache mit der Treue. Die ist schwierig, mir aber im Augenblick offenbar wichtig. Jedenfalls gelingt es mir nicht, so ohne Weiteres nichtvirtuell fremd zu gehen.
steppenhund - 16. Nov, 20:31
Ich habe etwas Ähnliches schon festgestellt, die Unmöglichkeit etwas Pornografisches zu schreiben, was einen selbst erregt. Ich vermute, dass es da im Geistigen eine ähnliche Hemmung wie im Körperlichen gibt, wo es einem schwer fällt, sich selbst zu kitzeln. Es ist ganz merkwürdig.
wernurwer - 16. Nov, 20:42
Ich weiß auch bislang von keinen Autoren, die das erfolgreich hingekriegt hätten. Genet zum Beispiel hat offenbar onaniert beim Schreiben, und das Resultat ist literarisch zweifellos wertvoll, aber als Pornographie unbrauchbar. Professionelle Porno-Schreiber (aus der Epoche, wo es sowas noch gab) haben vermutlich sehr kühl und berechnend geschrieben.
en-passant - 17. Nov, 16:01
Also wenn man die ersten paar Tricks & Techniken kennt... kann man auch lernen, wie es geht. Im Zweifel helfen die Negativbeispiele. (Übrigens aktuell eher von den Frauen besetzt, eine „Erotik“ nach Schema F – für mich das neue Lore-Format.)
Und dann gilt wohl, was auch sonst für Poesie & Prosa gilt: „Pornographische Entscheidungen müssen eiskalt getroffen werden.“
Und dann gilt wohl, was auch sonst für Poesie & Prosa gilt: „Pornographische Entscheidungen müssen eiskalt getroffen werden.“
wernurwer - 17. Nov, 16:24
Du möchtest mir/uns nicht vielleicht Einblick in einen der Beweise für die erfolgreiche Anwendung deiner Methode gewähren?

Otaku
Was ich in der Pornographie suche, wäre dagegen eher etwas endlich wieder Unnennbares, etwas das noch nicht versprachlicht ist und mich als Schreibimpuls herausfordert. Dem kann ich mich dann wieder neu nähern (und damit der Illusion der Lösung solcher Spannungen).
Obwohl ich ein Mann bin, habe ich diese Sex-Sache, glaube ich, einigermaßen im Griff. Jedenfalls bin ich einigermaßen sicher, dass Schreiben für mich das Richtigere ist, den Zumutungen mit der „richtigen Sache“ zu entkommen. Die Demütigungen habe ich hier in mich hineingenommen und kann sie auch aushalten. Frei bin ich dann anderswo.
Lange hatte ich mir einen Fetisch gewünscht, um so einerseits die (vermutete) starke Unbedingtheit dieser verngten Liebe zu erleben, andererseits die Gewissheit endlich zu haben: DAS ist es für mich, jetzt weiß ich es. Aber ich bin wohl hoffnungslos polymorph pervers, ich kapiere die Verengung letztlich nicht (als Mann ist für mich an Frauen fast alles schön). So erhoffe ich mir vom schlicht Unverständlichen Verwunderung, die Idee auch noch mal des Maßlosen in der Übertreibung (auch wenn sie meistens männer-dumm daher kommt oder mich oft sogar ekelt). Und manchmal kann ich auch darüber schreiben, ohne dass es mich selber anödet.
Aber manchmal gibt es auch in einem blöden Film wieder Zartheit, vor allen in den Unwillkürlichkeiten, die bei den halbdurchdachten Szenen immer wieder vorkommen. (Deswegen interessieren mich die operations-optimierten „Stars“ so überhaupt nicht. Wahrscheinlich suche ich immer noch eine Art erste Anrührung in dem mutwillig skanalisierten Gesicht. Aber die oft bemerkenswert schönen jungen Frauen da scheinen oft schon so routiniert, dass da nichts mehr kommen kann.)
Ich habe Pornographie erst sehr spät für mich entdeckt. Vielleicht bin ich deswegen mit ihr noch nicht ganz fertig.