Ich will nicht in Berlin leben
Schon vergleichsweise kleine Negativerlebnisse lassen eine tiefe Abneigung gegen Berlin in mir aufwallen: Heute kam der Pulli, den ich mir erst kürzlich in Tokyo gekauft hatte, aus der Reinigung zurück. Der Butterfleck war raus, aber der gesamte Pullover eingelaufen, das zarte, halb durchsichtige Gewebe so hart, dass es knirschte beim Auseinanderziehen. Der Zettel, auf dem die Frau bei der Annahme "Auf den Fettfleck achten" notiert hatte, hing wie zum Hohn festgetackert am Schild mit den Angaben zum Waschen - die Schrift ausgewaschen. Das heißt, sie hatten ihn wirklich gewaschen.
Totale Inkompetenz bei der Reinigung. Man könnte hingehen und sich beschweren. Aber ich hasse es, mich beschweren zu müssen. Und wenn ich hinginge, hätte ich das Gefühl, etwas zu beanstanden, was in dieser Stadt einfach normal ist: dass Menschen ihr Gewerbe nicht verstehen, gleichgültig sind bei dem, was sie tun (das, was sie tun, mit einer aggressiven, rechthaberischen Gleichgültigkeit tun), keinerlei Sorgfalt und Behutsamkeit kennen im Umgang mit Dingen oder Menschen.
Natürlich ist das bloß eine Kleinigkeit. Und natürlich könnte man fragen, ob es wirklich so typisch für Berlin ist (obwohl es immerhin so typisch ist, dass ich es erwartet hatte - und mich desto mehr ärgere, weil ich den Pullover trotzdem hingebracht habe). Doch meine schlechte Laune steht in keinem angemessenen Verhältnis zum Schaden, und das ist sozusagen das Schlimmste: Dieses neuerliche Missgeschick ist nur ein Anlass zur Bestätigung eines Widerwillens, den ich gegen die Stadt hege. Ich mag Berlin einfach nicht. Nicht dass ich andere deutsche Städte lieber mag, mit Ausnahme von Hamburg vielleicht, das mir noch am ehesten kultiviert erscheint in einem sonst doch ziemlich barbarischen Land (das Wort finde ich tatsächlich passend - ich wüsste nicht, welches präziser wäre). Seit acht Jahren halte ich es hier irgendwie aus. Und seit werweißwievielen Jahren warte ich nur darauf, von Berlin wieder enttäuscht zu werden, was dann zuverlässig auch passiert.
Totale Inkompetenz bei der Reinigung. Man könnte hingehen und sich beschweren. Aber ich hasse es, mich beschweren zu müssen. Und wenn ich hinginge, hätte ich das Gefühl, etwas zu beanstanden, was in dieser Stadt einfach normal ist: dass Menschen ihr Gewerbe nicht verstehen, gleichgültig sind bei dem, was sie tun (das, was sie tun, mit einer aggressiven, rechthaberischen Gleichgültigkeit tun), keinerlei Sorgfalt und Behutsamkeit kennen im Umgang mit Dingen oder Menschen.
Natürlich ist das bloß eine Kleinigkeit. Und natürlich könnte man fragen, ob es wirklich so typisch für Berlin ist (obwohl es immerhin so typisch ist, dass ich es erwartet hatte - und mich desto mehr ärgere, weil ich den Pullover trotzdem hingebracht habe). Doch meine schlechte Laune steht in keinem angemessenen Verhältnis zum Schaden, und das ist sozusagen das Schlimmste: Dieses neuerliche Missgeschick ist nur ein Anlass zur Bestätigung eines Widerwillens, den ich gegen die Stadt hege. Ich mag Berlin einfach nicht. Nicht dass ich andere deutsche Städte lieber mag, mit Ausnahme von Hamburg vielleicht, das mir noch am ehesten kultiviert erscheint in einem sonst doch ziemlich barbarischen Land (das Wort finde ich tatsächlich passend - ich wüsste nicht, welches präziser wäre). Seit acht Jahren halte ich es hier irgendwie aus. Und seit werweißwievielen Jahren warte ich nur darauf, von Berlin wieder enttäuscht zu werden, was dann zuverlässig auch passiert.
wernurwer - 13. Nov, 14:56
